Beschreibung und Veranstaltungen

Feldküche / Gulaschkanone mit Protze für 2 Pferde

Modell H.f.12

Hersteller: Fa. F. Küppersbusch & Söhne AG Gelsenkirchen

Baujahr : 1940

Kochkessel: ca. 125 Liter

Wasserkessel: ca. 60 Liter

Bräter: ca. 30 Liter

Die Küche war ausgelegt für die Versorgung von 60 bis 125 Mann.

Diese Feldküche wurde Ende des zweiten Weltkrieges von den abrückenden Soldaten auf der Dietenheimer Flur zurückgelassen.

Sie kam 1972 in den Besitz der Bürgerwehr und wurde mit viel Aufwand wieder funktionsfähig gemacht.

Im Jahr 2009 musste die Küche erneut repariert und restauriert werden. Es wurde unter anderem die aus emailliertem Eisenblech bestehenden Koch.- und Wasserkessel durch Kessel aus Edelstahl ersetzt. Ebenfalls wurde die komplette Feuerungsanlage erneuert.

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Seit den 70er Jahre kam die Gulaschkanone jedes Jahr am 1. Mai zu Einsatz. An diesem Tag führt die Bürgerwehr ihre traditionelle Maiwanderung durch. Um 9:00 Uhr trifft sich vor dem Vereinsheim die Wehr und zahlreiche Gastwanderer, zu einer ca. 2 ½ Stunden dauernden Wanderung, durch die nähere Umgebung Dietenheims. Rechtzeitig zur Rückkehr der Wandergruppe hat das Küchenteam das begehrte Gulasch fertig gekocht und ist bereit für die Ausgabe. Bei guter Witterung kann man sich dann an den vor dem Vereinsheim aufgestellten Tischen niederlassen. Selbstverständlich ist auch für Getränke gesorgt. Auch von der Bevölkerung wird die Gelegenheit, einmal nicht selber kochen zu müssen gerne wahrgenommen. Nicht selten finden auch Wander.- und Radlergruppen den Weg zum Vereinsheim, um sich bewirten zu lassen. Natürlich darf bei dieser gemütlichen Einkehr Kaffee und Kuchen nicht fehlen.

Nach dem die Feldküche einer Generalsanierung unterzogen wurde, entschloss man sich, dieses seltene Stück auch bei anderen Veranstaltungen zur Verköstigung der Gäste einzusetzen.

So konnte am 23. August 2009 bei der Veranstaltung zur 60 jährigen Wiedergründung der Bürgerwehr der Kessel erstmals wieder angeheizt werden.

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Momentan sind folgende Veranstaltungen bei denen die Küche genutzt wird geplant:

1. Mai vor dem Vereinsheim Dietenheim,

Altstadthockete der Bürgerwehr und Stadtkapelle auf dem Marktplatz,

Weihnachtsmarkt des HGV und der Stadt Dietenheim auf dem Marktplatz.

Technische Daten zur Feldküche

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Die Feldküche wurde auf Kompanieebene betrieben und eingesetzt; sie bestand aus der eigentlichen Feldküche, ein einachsiger Wagen in Holzbauweise, und dem ebenfalls einachsigen Vorderwagen (vergl. Artillerie: Protze). Sie wurde zweispännig gefahren, im Bedarfsfall (Eigengewicht Hf.11: 1,5 t) konnte die PS-Zahl durch zwei weitere vorgespannte Zugpferde verdoppelt werden. Von der Feldküche wurden zwei Versionen hergestellt, die für die üblichen Mannschaftsstärken der Kompaniestrukturen zugeschnitten waren.

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Die große Feldküche Hf.11 (Heeresfeldküche Modell 1911) war für Kompanien von 125 bis 250 Mann Kopfstärke bestimmt. Kernstück der Konstruktion war ein doppelwandiger, runder Kessel mit 200 l Inhalt. Der innere Kessel war "reinnickel", der äußere aus Kupfer bzw. verkupfert. Der Hohlraum zwischen beiden Kesseln war mit Glyzerin gefüllt, so dass die zubereiteten Speisen nicht anbrennen konnten. Weiterhin vorhanden war ein einwandiger, rechteckiger Kaffeekessel mit 90 l Inhalt. Der Kaffeekessel hatte unten einen Ablaßhahn. Der Speisekessel verfügte über einen Deckel, der mit Knebelgriffen verriegelt wurde; in der Mitte des Deckels ein Sicherheitsventil. Beide Kessel wurden von unten mit einen holzbefeuerten Ofen beheizt. In späteren Baulosen wurde ab 1913 ein einwandiger Bräter und ein Warmhaltefach von je 30l Inhalt zugefügt, so daß rein theoretisch die gleichzeitige Zubereitung von mehreren Gerichten bzw. Bestandteilen möglich war.

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Wenn der auch als Kutschbock dienende Deckel des Vorderwagens hochgeklappt wurde, gelangte man an die Vorratsbehälter. Mitgeführt wurden auch Thermobehälter, sogenannte " Speisebehälter", die mit Tragegurten versehen waren, so dass die warme Mahlzeit auch dahin gebracht werden konnte, wo die Feldküche nicht hin kam. Die große Suppenkelle und andere Geräte waren in einem Fach der Feld- küche verstaut, für das Gewehr des Feldkochs hatte man an der Rückseite des Kutschbocks eine Halterung angebaut. Das Ofenrohr wurde beim Marsch umgelegt; die liebevoll-spöttelnde Bezeichnung "Gulaschkanone" wurde dem seltsamen neuen Gerät von den Soldaten gleich mit seiner Einführung verpaßt.

Die kleine Feldküche Hf.12 (Heeresfeldküche Modell 1912)unterschied sich hauptsächlich in den Abmessungen von der großen Schwester.Gedacht für die Versorgung von 60 bis 125 Mann, war der Speisekessel mit 125 Litern dimensioniert, mit einem Kaffeekessel von 60 l. An der Hf.12 fehlte auch der Auftritt für den Koch. Beide Feldküchenmodelle wurden schon unmittelbar nach ihrer Einführung überarbeitet; das preußische Kriegsministerium und die Beschaffungsämter bemängelten vor allem den hohen Stückpreis. Beide Modelle wurden verfeinert und überarbeitet; u.a. wurde die Protze des großen Modells in Eisenblech ausgeführt.

  Es wurden neue Modellbezeichnungen eingeführt, weil alle Varianten zeitgleich hergestellt und beschafft wurden. Die große Feldküche firmierte als H.f.11 und H.f.13, die kleine Feldküche als H.f.12 und H.f.14. Im Weltkrieg ergaben sich weitere Änderungen an der Bauart, die materialbedingt waren, so wurden die Kessel aufgrund Materialmangels aus emaillierten Eisenblech gefertigt.  

Etatmäßig war jeder Kompanie oder Batterie seit 1907 ein Küchenfeldwebel zugeteilt, der die Feldküche leitete und befehligte. Der Feldküchenkoch war in der Regel ein Unteroffizier, der sowohl kochte, als auch das Fahrzeug bewegte. Ihm zur Seite stand der etatmäßige Hilfskoch, der aber erst 1913 etatmäßig vorgesehen war, deshalb gibt es an den Feldküchen nur einen einzelnen Gewehrhalter. Die Feldküche war immer eine Drei-Mann-Einheit, der Rest des Personals waren Hilfskräfte, die aus maladen Soldaten oder aus der Zivilisten rekrutiert wurde. (Kartoffel schälen, Gemüse putzen, Holz hacken, Wasser holen und Abwasch sowie Reinigungsarbeiten zählen zu den benötigten Hilfsleistungen). In der Regel war die Feldküche immer "unter Dampf" und konnte Unmengen an frischem oder warmgehaltenem Kaffee, Tee oder Bouillon liefern. Die überwiegend verabreichten Eintopf- und Mischgerichte wurden üblicherweise für eine halbe Stunde "angekocht", danach wurden sie zwei bis drei Stunden fertiggegart, das besorgte die Resthitze und die Eigenwärme. Eine Feuerung des Herdes war nicht mehr erforderlich, der Abzug (Ofenrohr) konnte umgelegt werden, und die Feldküche konnte abmarschieren- bei Ankunft war der Eintopf gar.

Aktualisiert (Donnerstag, den 25. November 2010 um 23:59 Uhr)