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Feldküche

Es handelt sich hierbei um ein Original aus dem 2. Weltkrieg.

Die Feldküche wurde von durchziehenden Soldaten auf der "Dietenheimer Flur" zurückgelassen.

In den 70er Jahren gelangte sie zur Bürgerwehr und wurde von dieser in vielen freiwilligen Arbeitsstunden wieder hergerichtet.

Feldküche
Die "Gulaschkanone" kommt jedes Jahr am 1. Mai zum Einsatz.

Feldküche2An diesem Tag führt die Bürgerwehr seine, schon zur Tradition gewordene, Maiwanderung durch.

Um 9:00 Uhr trifft sich die Gruppe zu einer 2 1/2stündigen Wanderung durch die nahegelegenen Wälder.

Rechtzeitig zur Rückkehr der Wanderer um ca. 11:30 Uhr hat das Küchenteam dann das begehrte Gulasch (ca. 150 Portionen) fertig gekocht.

Bei guter Witterung kann man sich dann an den, vor dem Vereinsheim aufgestellten, Tischen niederlassen. Selbstverständlich ist auch für Getränke gesorgt.

Auch von der Bevölkerung wird die Gelegenheit, einmal nicht selbst zu kochen, gerne wahrgenommen und nicht wenige kommen mit Töpfen und Schüsseln um einige Portionen mit nach Hause zu nehmen. Nicht selten finden auch Wander- und Radlergruppen den Weg zu unserem Vereinsheim, denn die gute Bewirtung hat sich schon im weiteren Umkreis einen Namen gemacht.

Natürlich darf bei einer gemütlichen Einkehr Kaffee und Kuchen nicht fehlen.

Technische Daten zur Feldküche

Die Feldküche wurde auf Kompanieebene betrieben und eingesetzt; sie bestand aus der eigentlichen Feldküche, ein einachsiger Wagen in Holzbauweise, und dem ebenfalls einachsigen Vorderwagen (vergl. Artillerie: Protze). Sie wurde zweispännig gefahren, im Bedarfsfall (Eigengewicht Hf.11: 1,5 t) konnte die PS-Zahl durch zwei weitere vorgespannte Zugpferde verdoppelt werden. Von der Feldküche wurden zwei Versionen hergestellt, die für die üblichen Mannschaftsstärken der Kompaniestrukturen zugeschnitten waren.

Die große Feldküche Hf.11 (Heeresfeldküche Modell 1911) war für Kompanien von 125 bis 250 Mann Kopfstärke bestimmt. Kernstück der Konstruktion war ein doppelwandiger, runder Kessel mit 200 l Inhalt. Der innere Kessel war "reinnickel", der äußere aus Kupfer bzw. verkupfert. Der Hohlraum zwischen beiden Kesseln war mit Glyzerin gefüllt, so daß die zubereiteten Speisen nicht anbrennen konnten. Weiterhin vorhanden war ein einwandiger, rechteckiger Kaffeekessel mit 90 l Inhalt. Der Kaffekessel hatte unten einen Ablaßhahn. Der Speisekessel verfügte über einen Deckel, der mit Knebelgriffen verriegelt wurde; in der Mitte des Deckels ein Sicherheitsventil. Beide Kessel wurden von unten mit einen holzbefeuerten Ofen beheizt. In späteren Baulosen wurde ab 1913 ein einwandiger Bräter und ein Warmhaltefach von je 30l Inhalt zugefügt, so daß rein theoretisch die gleichzeitige Zubereitung von mehreren Gerichten bzw. Bestandteilen möglich war.

Wenn der auch als Kutschbock dienende Deckel des Vorderwagens hochgeklappt wurde, gelangte man an die Vorratsbehälter. Mitgeführt wurden auch Thermobe- hälter, sogenannte " Speisebehälter", die mit Tragegurten versehen waren, so daß die warme Mahlzeit auch dahin gebracht werden konnte, wo die Feldküche nicht hinkam. Die große Suppenkelle und andere Geräte waren in einem Fach der Feld- küche verstaut, für das Gewehr des Feldkochs hatte man an der Rückseite des Kutschbocks eine Halterung angebaut. Das Ofenrohr wurde beim Marsch umgelegt; die liebevoll-spöttelnde Bezeichnung "Gulaschkanone" wurde dem seltsamen neuen Gerät von den Soldaten gleich mit seiner Einführung verpaßt.

Die kleine Feldküche Hf.12 (Heeresfeldküche Modell 1912)unterschied sich hauptsächlich in den Abmessungen von der großen Schwester.Gedacht für die Versorgung von 60 bis 125 Mann, war der Speisekessel mit 125 Litern dimensioniert, mit einem Kaffekessel von 60 l. An der Hf.12 fehlte auch der Auftritt für den Koch. Beide Feldküchenmodelle wurden schon unmittelbar nach ihrer Einführung überarbeitet; das preußische Kriegsministerium und die Beschaffungsämter bemängelten vor allem den hohen Stückpreis. Beide Modelle wurden entfeinert und überarbeitet; u.a. wurde die Protze des großen Modells in Eisenblech ausgeführt.

Es wurden neue Modellbezeichnungen eingeführt, weil alle Varianten zeitgleichhergestellt und beschafft wurden. Die große Feldküche firmierte als H.f.11 und H.f.13, die kleine Feldküche als H.f.12 und H.f.14. Im Weltkrieg ergaben sich weitere Änderungen an der Bauart, die materialbedingt waren, so wurden die Kessel aufgrund Materialmangels aus emaillierten Eisenblech gefertigt.

Etatmäßig war jeder Kompanie oder Batterie seit 1907 ein Küchenfeldwebel zugeteilt, der die Feldküche leitete und befehligte. Der Feldküchenkoch war in der Regel ein Unteroffizier, der sowohl kochte, als auch das Fahrzeug bewegte. Ihm zur Seite stand der etatmäßige Hilfskoch, der aber erst 1913 etatmäßig vorgesehen war, deshalb gibt es an den Feldküchen nur einen einzelnen Gewehrhalter. Die Feldküche war immer eine Drei-Mann-Einheit, der Rest des Personals waren Hilfskräfte, die aus maladen Soldaten oder aus der Zivilisten rekrutiert wurde. (Kartoffel schälen, Gemüse putzen, Holz hacken, Wasser holen und Abwasch sowie Reinigungsarbeiten zählen zu den benötigten Hilfsleistungen). In der Regel war die Feldküche immer "unter Dampf" und konnte Unmengen an frischem oder warmgehaltenem Kaffee, Tee oder Bouillon liefern. Die überwiegend verabreichten Eintopf- und Mischgerichte wurden üblicherweise für eine halbe Stunde "angekocht", danach wurden sie zwei bis drei Stunden fertiggegart, das besorgte die Resthitze und die Eigenwärme. Eine Feuerung des Herdes war nicht mehr erforderlich, der Abzug (Ofenrohr) konnte umgelegt werden, und die Feldküche konnte abmarschieren- bei Ankunft war der Eintopf gar.