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Stadtgespräch! 130 Gläubige aus Dietenheim kehrten begeistert von einer Pilgerreise aus Rom zurück. Die Bürgerwehr spielte vor 70 000 Menschen.

Was für ein Erlebnis: Die Historische Bürgerwehr Dietenheim musizierte zu Ehren von Papst Franziskus vor 70000 Menschen auf dem Petersplatz.

Beim Bäcker, auf der Straße, in den Kneipen: In Dietenheim gibt es derzeit kaum ein anderes Gesprächsthema als die Pilgerreise nach Rom. 56  Gläubige aus der Seelsorgeeinheit Dietenheim-Illerrieden und 96 Angehörige der Historischen Bürgerwehr Dietenheim erlebten vor Wochenfrist die Heilige Stadt – hautnah und intensiv.

„Hammer“, schwärmt beispielsweise Peter Wiest noch heute. „Rom ist wirklich eine Reise wert, vor allem mit einer so perfekten Reiseleitung“, schließt sich Hans Strohmayer an. Von langer Hand organisiert worden war der Aufenthalt von Pfarrer Gerhard Bundschuh für die Seelsorgeeinheit und von Carsten Baur für die Bürgerwehr. Unterstützung kam von „Schorsch“ Häußler aus Wangen, der als Busunternehmer und Rom-Kenner die Gläubigen höchstselbst durch die engen Gassen Roms kutschierte.

Aus Dietenheim, Regglisweiler, Illerrieden und Dorndorf kamen die 56 Teilnehmer, die sich für Rom und Assissi sieben Tage Zeit lassen konnten. Auch Mitfahrer aus Blaubeuren und Weingarten waren dabei. Fünf Tage dauerte die Reise für die Bürgerwehr-Angehörigen, die im Doppeldecker-Bus, in Privatautos und per Flugzeug in die Vatikanstadt reisten.

„Ein Höhepunkt? Einen gibt es nicht. Es war eine Aneinanderreihung vieler ganz besonderer Erlebnisse“, antwortet Barbara Keßler aus Dorndorf auf die Frage nach dem Highlight. Mit dieser Einschätzung geht sie einig mit Beate Keplinger. Die Dietenheimerin erinnert sich gern an einen Gottesdienst von Pfarrer Bundschuh in den Katakomben des Petersdoms, oder den Gang durch die vier Heiligen Pforten der Patriarchalkirchen Roms. Freilich: Die Mittwochs-Audienz von Papst Franziskus auf dem Petersplatz dürfte bei allen Teilnehmern für eine Gänsehaut gesorgt haben. Ganz besonders bei den 67 Uniformierten der Bürgerwehr. Selbst Kommandant Carsten Baur, der nach einem intensiven Schriftverkehr mit der Päpstlichen Präfektur als Genehmigungsbehörde ziemlich vertraut war mit den Regularien, staunte nicht schlecht, als die Bürgerwehr an den Kontrollschleusen vor dem Petersplatz von der Vatikan-Polizei zurückgehalten wurde. Nicht etwa, weil etwas schief gelaufen war. „Die Schweizer Garde hat uns angeführt. Wir bekamen einen offiziellen Einmarsch, durch ein Meer von 70 000 Menschen“, erzählt Baur. Mit dem Bergsteigermarsch „Der Bozener“ marschierte die Bürgerwehr also in Richtung Papststuhl. Hinter einer Absperrung, nur wenige Meter vom katholischen Kirchenoberhaupt entfernt, waren Plätze für sie freigehalten worden. Zwei Musikstücke  im Verlauf der  zweistündigen Audienz waren im Protokoll vorgesehen. Sieben wurden es letztlich. Und was für ein erhebender Moment, als der Papst die Pilgergruppen begrüßte und die Dietenheimer Bürgerwehr namentlich erwähnte.

Die weltweite Kirche sei versammelt gewesen mit Besuchern aus China, Spanien, Italien, vielen Ostblockländern oder Amerika, erzählt Pfarrer Bundschuh. „Selbst unsere kirchenkritischen Mitreisenden waren am Ende angetan von der Person und der Gestalt des Papstes“, fasst der Geistliche die Stimmung der Dietenheimer während der Audienz zusammen. Einige Gläubige hätten geweint vor Rührung. „Und hinterher waren wir selber gefragtes Fotomotiv“, berichtet Stefan Koch von einem längeren improvisierten Standkonzert der Bürgerwehr, das sich an die Papst-Audienz anschloss. „Der Auftritt endete mit dem Dietenheimer Narrenmarsch, begeistert mitgesungen vom Dietenheimer Anhang. Damit hat sich für die Ranzenburger sicher ein Traum erfüllt“, berichtet Alfred Ritter.

Nicht vergessen wird die Pilgergruppe auch den Besuch in Aranova, Kirchengemeinde von Pfarrer Michael Joser, einem gebürtigen Dettinger. In der 10 000-Einwohnerstadt nahe bei Rom gab es nicht nur einen schönen Gottesdienst, sondern auch ein vorzügliches Fünf-Gänge-Menü. In der deutschen Kirche Campo Santo Teutonico, direkt am Petersplatz, gab es schließlich den Abschlussgottesdienst mit Kardinal Walter Kasper und Pfarrer Bundschuh als Konzelebrant. Im südländischen Friedhofs-Garten schloss sich ein Stehempfang an, den wiederum der kleine Jonathan Held nicht so schnell vergessen wird. Zu den Gratulanten zum seinem zehnten Geburtstag gehörte auch der volksnahe Kardinal.

Apropos: Das letzte Ständchen der Bürgerwehr galt am Sonntag nach der Ankunft Kommandant Carsten Baur, der 40. Geburtstag feierte.

 

Quelle: Illertalbote/Bürger im Bunten Rock